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Bei ChatGPT und Perplexity gefunden werden: Was technische Fachhändler tun können

Ob ChatGPT oder Perplexity Ihren Betrieb nennen, entscheidet sich zuerst daran, ob deren Suchroboter Ihre Website überhaupt lesen dürfen. OpenAI und Perplexity nennen dafür vor allem eine Bedingung: dass ihre Such-Crawler OAI-SearchBot und PerplexityBot nicht gesperrt sind; Google sagt ausdrücklich, dass es für seine KI-Antworten keine Sonder-Optimierung braucht. Danach zählt, was auch bisher zählte: Seiten, die konkrete Fragen mit überprüfbaren Angaben beantworten. Ein Verfahren, das eine Nennung garantiert, hat keiner der Anbieter dokumentiert.

9 Min. LesezeitVeröffentlicht am 20. Oktober 2026

Suchen meine Kunden überhaupt über ChatGPT?

Ein Teil von ihnen mit Sicherheit. Wie groß dieser Teil unter den Einkäufern von Werkzeugen, Schweißzubehör oder Arbeitsschutz ist, kann aber niemand belastbar sagen: Wir haben keine Erhebung gefunden, die das für den technischen Handel oder den Industriebedarf misst.

Für die Bevölkerung gibt es Zahlen. Nach einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research für den Digitalverband Bitkom aus dem Herbst 2025 nutzen 50 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren zumindest manchmal den Chat mit einer KI statt der klassischen Internetsuche. 42 Prozent derjenigen, die so suchen, haben dabei schon falsche oder erfundene Informationen bekommen. OpenAI selbst meldete im März 2026 mehr als 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer von ChatGPT. Das ist eine Angabe des Anbieters, keine unabhängige Messung.

Für den Einkauf unter Geschäftskunden stammt eine aktuelle Zahl von G2, einer Plattform rund um den Software-Einkauf, die selbst von dem Thema profitiert. Von 1.076 befragten Software-Einkäufern und Entscheidern im B2B gaben im März 2026 51 Prozent an, ihre Recherche inzwischen häufiger mit einem KI-Chatbot zu beginnen als mit Google. Software-Einkäufer sind aber nicht der Instandhaltungsleiter, der Trennscheiben nachbestellt.

Unsere Einschätzung: Die Verschiebung ist real, ihr Ausmaß in Ihrer Kundschaft unbekannt. Das rechtfertigt die Grundlagen, die in diesem Beitrag folgen und wenig kosten. Es rechtfertigt kein teures Sonderprojekt.

Wie kommen ChatGPT und Perplexity an ihre Antworten?

Beide suchen bei vielen Fragen live im Netz und verlinken die Seiten, aus denen sie ihre Antwort zusammensetzen. Was ein Sprachmodell aus seinem Training weiß, ist nur ein Teil davon. Für Ihre Auffindbarkeit zählt der andere Teil: ob die Suchfunktion Ihre Seiten findet, lesen darf und verwertet.

OpenAI schreibt, die ChatGPT-Suche greife auf Suchanbieter von Drittfirmen und auf Inhalte von Partnern zurück. Für Arbeitsbereiche der Tarife Enterprise und Edu nennt OpenAI Bing ausdrücklich. Perplexity beschreibt sich als Dienst, der das Internet in Echtzeit durchsucht und jede Antwort mit nummerierten Fußnoten zu den Quellen versieht.

Als Website-Betreiber sehen Sie davon vor allem eines: Crawler, also Programme, die Seiten automatisch abrufen. Welcher Crawler wofür zuständig ist, haben die Anbieter dokumentiert:

CrawlerAnbieterZweck laut AnbieterWas eine Sperre bewirkt
OAI-SearchBotOpenAIWebsites in den Suchergebnissen von ChatGPT anzeigenIhre Seiten erscheinen nicht in Suchantworten, allenfalls noch als Navigationslink
GPTBotOpenAIInhalte für das Training künftiger Modelle sammelnIhre Inhalte sollen nicht ins Training fließen; die Suche steuert OAI-SearchBot
ChatGPT-UserOpenAIAbruf, den ein Nutzer im Gespräch auslöstrobots.txt gilt hier nach OpenAI möglicherweise nicht
PerplexityBotPerplexityWebsites in den Suchergebnissen von Perplexity anzeigen und verlinkenPerplexity empfiehlt, ihn zuzulassen, damit Ihre Seiten in den Ergebnissen erscheinen
Perplexity-UserPerplexityAbruf, den ein Nutzer auslöstignoriert robots.txt nach Angabe von Perplexity in der Regel
Google-ExtendedGoogleTraining und Antwortgrundlage für Googles KI-Modelle Geminikein Einfluss auf die Aufnahme in die Google-Suche

Die wichtigste Zeile ist die zweite. Wer sein Fachwissen nicht ins Training großer Sprachmodelle geben will, kann GPTBot sperren und OAI-SearchBot trotzdem zulassen. Das eine schließt das andere nach OpenAIs Dokumentation nicht aus.

Wie prüfe ich, ob meine Website für KI-Suchen gesperrt ist?

Rufen Sie Ihre robots.txt auf und suchen Sie nach den Namen aus der Tabelle. Die robots.txt ist eine einfache Textdatei unter Ihrer Domain mit dem Zusatz /robots.txt, in der eine Website festlegt, welche Crawler welche Bereiche abrufen dürfen. Steht bei OAI-SearchBot oder PerplexityBot ein „Disallow: /", sind Sie für diese Suchen gesperrt. OpenAI schreibt in seinen Hinweisen für Website-Betreiber, jede öffentliche Website könne in der ChatGPT-Suche erscheinen; Betreiber sollten sicherstellen, dass sie OAI-SearchBot nicht blockieren.

Der zweite Prüfpunkt liegt außerhalb der robots.txt. Der Netzwerkdienstleister Cloudflare, der Websites zwischen Server und Besucher schützt und ausliefert, hat am 1. Juli 2025 seine Voreinstellung geändert: Seitdem wird jede neu angemeldete Domain gefragt, ob sie KI-Crawler zulassen will, und Cloudflare spricht von einer Blockade als Standard. Einen Ein-Klick-Block gibt es nach Cloudflares Angaben seit September 2024; mehr als eine Million Kunden hätten ihn gewählt. Ob diese Sperre Such-Crawler wie OAI-SearchBot genauso trifft wie Trainings-Crawler, geht aus Cloudflares Pressemitteilung nicht hervor. Fragen Sie deshalb Ihren Dienstleister oder den Kollegen, der die Website betreut, ob ein solcher Schutz aktiv ist und welche Crawler er erfasst.

Zwei Details gehören dazu. Änderungen an der robots.txt greifen nach OpenAIs Angaben nach etwa 24 Stunden, Perplexity nennt bis zu 24 Stunden. Und eine Sperre in der robots.txt ist kein vollständiger Ausschluss: Für Abrufe, die ein Nutzer direkt auslöst, gilt die Regel nach Angaben beider Anbieter womöglich nicht. OpenAI schreibt „möglicherweise nicht“, Perplexity „in der Regel nicht“. Was wirklich geschützt bleiben muss, etwa Händlerpreislisten, gehört hinter ein Login und nicht nur in eine Verbotszeile.

Was muss auf meinen Seiten stehen, damit KI-Antworten sie zitieren?

Im Kern dasselbe wie für eine gute Platzierung bei Google, plus konkrete, belegbare Angaben. Google schreibt in seiner Dokumentation für Website-Betreiber, für die KI-Übersichten (AI Overviews, die zusammengefassten Antworten über den Suchtreffern) und den KI-Modus gebe es keine zusätzlichen Anforderungen und keine nötigen Sonder-Optimierungen. Voraussetzung sei, dass eine Seite indexiert ist und mit Textausschnitt angezeigt werden darf. Den KI-Modus, eine Variante der Google-Suche im Gesprächsstil, führt Google in Deutschland seit dem 8. Oktober 2025 ein.

Wissenschaftlich untersucht hat die Frage ein Forscherteam unter anderem der Princeton University. Die Studie „GEO: Generative Engine Optimization" erschien 2024 auf der Informatik-Konferenz KDD. Die Forscher stellten 10.000 Suchanfragen zusammen und ließen die 1.000 Anfragen des Testteils von einem Sprachmodell (GPT-3.5) beantworten, das jeweils die ersten fünf Google-Treffer als Quellen bekam, und veränderten dann die Quelltexte. Seiten, denen Zitate hinzugefügt wurden, kamen in den Antworten um 41 Prozent stärker vor als unveränderte. Statistiken brachten rund 31 Prozent, Quellenangaben rund 27 Prozent. Das Vollstopfen mit Suchbegriffen machte die Sichtbarkeit dagegen schlechter. Den größten Gewinn hatten Seiten, die in der Trefferliste weiter hinten standen. In einem Gegentest mit Perplexity brachten Zitate 22 Prozent.

Bevor Sie deshalb Ihre Website umschreiben, zwei Einschränkungen. Gemessen wurde der Anteil einer Quelle am Text der fertigen Antwort, nicht die Zahl der Besucher, die danach auf Ihre Seite kommen. Und die Studie hat nach Aussage der Autoren nicht untersucht, wie sich die Änderungen auf die Platzierung in der Suchmaschine auswirken, also darauf, ob eine Seite überhaupt unter die ausgewerteten Treffer gelangt. Die Systeme von 2023 und 2024 sind zudem nicht die von heute.

Übertragen auf den technischen Handel heißt das: Überprüfbare Angaben schlagen Werbesätze. Eine Produktseite, die Merkmalswerte aus dem Datenblatt nennt und angibt, nach welcher Norm geprüft wurde, liefert einer KI-Suche mehr Zitierbares als „hochwertige Qualität zum fairen Preis". Wie Sie Produktdaten dafür sauber aufbauen, steht in unserem Überblick zu ETIM, eCl@ss und BMEcat. Für Ratgeberseiten sind die Fragen, die Ihr Innendienst täglich am Telefon beantwortet, ein naheliegender Ausgangspunkt. Welche Grundlagen der klassischen Suche weiter zählen, haben wir in SEO und GEO für den technischen Fachhandel zusammengefasst, dort auch, warum eine llms.txt-Datei nach heutiger Datenlage nichts bringt.

Zählt nur meine Website, oder auch, was andere über mich schreiben?

Auch das, was andere schreiben, spielt mit. Gemessen ist der Zusammenhang allerdings nur für Googles KI-Übersichten und nur als Korrelation. Der SEO-Werkzeuganbieter Ahrefs hat 75.000 Marken ausgewertet: Wie oft eine Marke im Web erwähnt wird, hing am stärksten damit zusammen, ob sie in Googles KI-Übersichten genannt wird (Korrelationswert 0,664). Die Zahl der Backlinks, also der Links von anderen Websites, hing deutlich schwächer damit zusammen (0,218). Ahrefs verkauft Werkzeuge für genau diese Analysen, eine Korrelation belegt keine Ursache, und kleine Marken fielen durch die Auswahlkriterien der Studie heraus.

Welche Plattformen KI-Suchen besonders häufig als Quelle zitieren, steht ebenfalls im SEO-Überblick; ob sich LinkedIn für einen Großhändler lohnt, haben wir in unserem Beitrag zu LinkedIn für den technischen Großhandel geprüft. Praktisch heißt das: Prüfen Sie, wo Ihr Betrieb außerhalb der eigenen Website beschrieben wird, etwa in Branchenverzeichnissen, in Händlersuchen Ihrer Lieferanten oder in der Lokalpresse, und ob Name, Sortiment und Standorte dort stimmen. Eine Nennung garantiert das nicht. Falsche Angaben dort korrigiert aber niemand außer Ihnen.

Lohnt sich ein Produktfeed für ChatGPT?

Für einen Fachhändler in Deutschland derzeit nicht, weil es den Weg hierzulande offiziell noch nicht gibt. OpenAI hat im September 2025 einen Kaufabschluss direkt in ChatGPT („Instant Checkout") gestartet, zunächst für Nutzer und Etsy-Verkäufer in den USA. Die Spezifikation für Produktfeeds, also für die regelmäßige Übermittlung von Artikeldaten an ChatGPT, zielt nach OpenAIs Dokumentation derzeit auf die USA, weitere Märkte erst nach Bestätigung durch OpenAI; Instant Checkout steht nur zugelassenen Partnern offen. Nach einem Bericht von The Information, wiedergegeben vom Branchendienst Shopifreaks im März 2026, verlagert OpenAI den Kaufabschluss in Apps innerhalb von ChatGPT.

Das Feld ist in Bewegung. Für den Moment bleibt Ihre öffentliche Website Ihr eigener Weg in ChatGPT-Antworten, ein Grund mehr, dass Ihre Shopseiten für OAI-SearchBot erreichbar sind.

Wie messe ich, ob KI-Suchen Besucher bringen?

Mit drei Werkzeugen, die Teilbilder liefern. Eine vollständige Messung gibt es nicht.

ChatGPT hängt an Links, über die Nutzer auf Ihre Seite kommen, nach OpenAIs Angaben den Zusatz utm_source=chatgpt.com an. In Google Analytics 4 erscheinen solche Besuche im Standardkanal „AI Assistant", den Google für Besucher von ChatGPT, Gemini, Deepseek, Copilot oder Grok vorsieht. Klicks aus Googles eigenen KI-Übersichten und dem KI-Modus zählt dieser Kanal ausdrücklich nicht mit. Sie stecken in der Google Search Console im normalen Web-Suchverkehr und werden dort nicht getrennt ausgewiesen.

Der dritte Baustein kommt von Microsoft. Die Bing Webmaster Tools zeigen seit Februar 2026 in einem Bericht namens „AI Performance", vorerst als öffentliche Vorabversion, wie Inhalte in Copilot und in KI-Zusammenfassungen bei Bing zitiert werden und mit welchen Suchbegriffen die KI dabei gesucht hat. Microsoft weist selbst darauf hin, dass die Daten eine Stichprobe sind; Klicks führt Microsoft unter den Kennzahlen nicht auf. Für Perplexity haben wir keine offizielle Angabe gefunden, woran sich Besuche erkennen lassen.

Ergänzend hilft das Einfachste: Fragen Sie neue Kunden, wie sie auf Sie gekommen sind, und stellen Sie den KI-Suchen in regelmäßigen Abständen selbst die Fragen, bei denen Sie genannt werden wollen. Notieren Sie, ob und mit welcher Quelle Ihr Betrieb auftaucht. Das ist keine Statistik, macht Veränderungen aber sichtbar.

Was sind Ihre nächsten Schritte?

  1. robots.txt prüfen: Haben OAI-SearchBot und PerplexityBot Zugang? Ob Sie GPTBot sperren, ist eine eigene Entscheidung über das Training.
  2. Dienstleister fragen: Ist bei Cloudflare oder einem anderen Schutzdienst eine Sperre für KI-Crawler aktiv, und welche Crawler erfasst sie?
  3. Bing Webmaster Tools einrichten: Website anmelden und den Bericht „AI Performance" beobachten.
  4. Analytics prüfen: Zeigt Google Analytics 4 Besuche im Kanal „AI Assistant" oder mit utm_source=chatgpt.com?
  5. Fragenliste anlegen: Sammeln Sie mit dem Innendienst die Fragen, die Kunden am häufigsten stellen, und prüfen Sie, ob Ihre Website sie mit konkreten, belegten Angaben beantwortet.
  6. Fremdangaben abgleichen: Name, Standorte und Sortiment in Verzeichnissen und auf Lieferantenseiten kontrollieren.

Wer KI im eigenen Betrieb einsetzen will, statt nur gefunden zu werden, findet den Überblick in KI im technischen Fachhandel.

Quellen

  1. Internet-Suche im Wandel: Hälfte nutzt KI-Chats (Presseinformation)Bitkom e. V. · 20.11.2025
  2. OpenAI raises $122 billion to accelerate the next phase of AIOpenAI · 31.03.2026
  3. The Answer Economy: How AI Search Is Rewiring B2B Software Buying (Anbieterstudie)G2 · 15.04.2026
  4. Introducing ChatGPT searchOpenAI · 31.10.2024
  5. How ChatGPT search works (Enterprise und Edu)OpenAI Help Center
  6. How does Perplexity work?Perplexity
  7. Overview of OpenAI CrawlersOpenAI
  8. Perplexity CrawlersPerplexity
  9. Google's common crawlers (Google-Extended)Google Search Central · 15.10.2026
  10. Publishers and developers FAQOpenAI Help Center
  11. Cloudflare Just Changed How AI Crawlers Scrape the Internet-at-Large (Pressemitteilung)Cloudflare · 01.07.2025
  12. AI features and your websiteGoogle Search Central · 10.12.2025
  13. KI-Modus startet in DACHGoogle Deutschland Blog · 08.10.2025
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  15. An Analysis of AI Overview Brand Visibility Factors (75K Brands Studied) (Anbieterstudie)Ahrefs · 26.05.2025
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  17. Agentic Commerce: Key conceptsOpenAI Developers
  18. Product feed spec (file upload)OpenAI Developers
  19. OpenAI scales back its integrated commerce plans (nach The Information)Shopifreaks · 09.03.2026
  20. [GA4] Traffic-source dimensions (Kanal AI Assistant)Google Analytics-Hilfe
  21. Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public PreviewMicrosoft Bing Webmaster Blog · 10.02.2026